Interview - SVP-Thierachern

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Interview

Gesamterneuerungswahlen Thierachern 2020
Interview mit Myriam Bühler, Kandidatin Gemeinderatspräsidium

Seit dem 16. März 2020 hat der Bundesrat erstmals seit dem zweiten Weltkrieg die ausserordentliche Lage beschlossen. Seither regiert er mit dem Notrecht und verfügte eine Teilmobilmachung.
 
Wir wollten von Myriam Bühler, Kandidatin Gemeinderatspräsidium wissen, wie sie die Situation in ihrem beruflichen Umfeld einschätzt und welche wirtschaftlichen Folgen aus ihrer Sicht insbesondere für die Gemeinde zu erwarten sind.
 
 
Myriam Bühler, Mitglied Planungs- und Koordinationsteam Pandemie
Nach dem Entscheid des Bundesrates wurde in der armasuisse der Planungs- und Koordinationsteam Pandemie aktiviert.
Üblicherweise zählen das Anlagenmanagement, die Leitung der Betriebssanität armasuisse, das Immobilienmanagement sowie der Einkauf bestimmter Produkten zu meinen Hauptaufgaben. Zudem bin ich in meiner Freizeit als  aktive Firstresponderin engagiert. Als Leiterin der Betriebssanität der armasuisse bin ich Mitglied des Planungs- und Koordinationsteams Pandemie. Unsere Aufgabe besteht darin, unsere Mitarbeitenden laufend über die aktuelle Lage zu informieren und auf die Verhaltensregeln sowie Massnahmen aufmerksam zu machen. Für unser Team war es eine grosse Herausforderung, genügend Schutzmaterial zur Verfügung zu stellen.
 
Persönlich habe ich sehr viele Telefonanrufe von besorgten Mitarbeitenden erhalten. Ich konnte ihnen Mut machen und auch in schwierigen Situationen weiterhelfen.
 
 
Worauf muss sich die Schweiz in den kommenden Wochen und Monaten gefasst machen?
 
In der kommenden Zeit ist mit einer exponentiell ansteigenden Arbeitslosenquote und einem Anstieg von Menschen ohne Existenzgrundlage zu rechnen. Die abnehmende Wirtschafleistung wird unter anderem zu sinkenden Steuereinnahmen führen.
 
Die Überbrückungskredite des Bundesrates sind gut gemeint, helfen aber den existentiell bedrohten  Kleinunternehmer nur bedingt.
 
Der Bundesrat muss mit Hochdruck Lösungen für kommende Lockerungsschritte erarbeiten und damit den Schaden eingrenzen.
 
 
Welche Auswirkungen erwarten Sie für die Gemeinde?
 
Aus heutiger Sicht ist es sehr schwierig, eine Prognose zu machen. Falls wir Bürgerinnen und Bürger haben, die von der Arbeitslosigkeit betroffen sind, hoffe ich, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung schnellstmöglich positiv auf die Arbeitssuche auswirkt.

 
Wie beurteilen Sie die Entscheidungen des Bundesrates?
 
Die Entscheidungen des Bundesrates kann ich in der ersten Phase mit der Fokussierung auf den Erhalt der Gesundheit der Bevölkerung nachvollziehen. Persönlich hätte ich die Massnahmen und Grenzschliessungen zu Italien schon eine Woche früher ausgesprochen. Aber im Nachhinein ist man immer schlauer.
Die eingeführten Lockerungen wurden aber eine Woche zu spät ausgesprochen. Die richtige Mischung der verschiedenen Massnahmen zu finden, ist eine grosse Herausforderung.
Um die Selbstversorgung zu steigern, müssen die Rahmenbedingungen für verschiedene Wirtschaftszweige verbessert werden. Ich hoffe, dass die Einwohner vermehrt regionale und lokale Produkte berücksichtigen.
Leider hat der Bundesrat bisher darauf verzichtet, die kommunizierten absoluten Zahlen zur Corona-Epidemie in ein Verhältnis zu den Zahlen der Vorjahre zu stellen, was einiges relativieren würde. Fakt ist, dass die Bewältigung der enormen Kosten eine noch nie dagewesene Herausforderung darstellt.
 Ich finde es aber wichtig, dass das Parlament seine Funktion wieder wahrgenommen hat und somit die Gewaltentrennung wieder gewährleistet ist.
Myriam Bühler (46) lebt seit 24 Jahren in Thierachern. Sie ist ein „Vereinsmensch“. Sie liebt es auch, sich in der Natur aufzuhalten und die wunderschöne Gegend in und um Thierachern zu geniessen. Kochen, Fotografieren sowie Musik aus den verschiedensten Sparten sind weitere Leidenschaften von Myriam.

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